Pflegeleistungen unserer Seniorenheime

In unseren beiden Pflegeeinrichtungen leben ältere Menschen, die sich nicht im vollen Umfang selbst versorgen können oder wollen. Wir betreuen insbesondere auch demenzkranke Menschen. Im täglichen Zusammenleben und bei unseren pflegerischen Leistungen folgen wir festgeschriebenen moralischen und formalen Grundsätzen.

Unser Pflegemodell

Wir wollen für unsere BewohnerInnen eine qualitativ hervorragende Unterstützung gewährleisten. Dabei berufen wir uns auf das Pflegemodell der „Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens“ nach Krohwinkel. Zentraler Gedanke ist es, den Menschen in ihrer individuellen Lebensführung beizustehen und ihnen eine qualitativ hervorragende Unterstützung zu gewährleisten.

Die 13 Lebensbereiche laut Pflegemodell

  1. kommunizieren
  2. sich bewegen
  3. vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten
  4. sich pflegen
  5. essen und trinken
  6. ausscheiden
  7. sich kleiden
  8. ruhen und schlafen
  9. sich beschäftigen
  10. sich als Mann/Frau fühlen
  11. für eine sichere Umgebung sorgen
  12. soziale Bereiche des Lebens sichern
  13. mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen

Grundpflege

Etwas essen und trinken, sich waschen und der Gang zur Toilette sind menschliche Grundverrichtungen. Wir sind unseren Bewohnern dabei in unterschiedlichem Ausmaß behilflich. Manche brauchen nur ein wenig Ermunterung, manche regelrechtes Training und eine helfende Hand; andere wiederum sind – zum Beispiel bei der Ernährung, beim Thema Ausscheidungen oder um bestimmte Bewegungen auszuführen – auf umfassende Hilfsmittel und Hilfsmaßnahmen angewiesen.

Medizinische Behandlungspflege

Bei unseren Bewohnern finden sich verschiedene Krankheitsbilder wie Demenz und andere gerontopsychiatrische Erkrankungen, Diabetes, Herzerkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Krebserkrankungen. Die Pflegebedürftigkeit geht in diesen Fällen oft deutlich über die Grundpflege hinaus. Die medizinische Behandlungspflege erfolgt auf ärztliche Verordnung. Maßnahmen der Behandlungspflege, also zum Beispiel Wundversorgung, Verbandswechsel, Verabreichung von Medikamenten oder Blutdruck- und Blutzuckermessung, werden ausschließlich von geschulten Fachkräften ausgeführt.

Aktivierende Pflege

Bei der Durchführung von Pflegemaßnahmen beziehen wir noch vorhandene Fähigkeiten der betreuten Person mit ein, wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe und führen Bewegungsübungen durch. Diese Art der Pflege unterstützt unsere BewohnerInnen darin, körperliche und geistige Kräfte für die Bewältigung mancher Alltagsverrichtungen zu aktivieren.

Bezugspflege

Jeder unserer Bewohner hat eine feste Bezugsperson. Das heißt: Eine Pflegeperson unserer Einrichtung baut ein besonderes Vertrauensverhältnis zum Bewohner auf und übernimmt Verantwortung dafür, dass er in seiner Einzigartigkeit, vor dem Hintergrund seiner Lebensgeschichte und seiner Lebenssituation, wahrgenommen wird. Die Gestaltung der Beziehung wird immer wieder überprüft und angepasst.

Biografie-Arbeit und Dokumentation

Für alle BewohnerInnen stellen wir Angaben zu seiner Lebensgeschichte, zu Gewohnheiten und Vorlieben, zusammen. Wir unterstützen unsere BewohnerInnen darin, Erinnerungen an persönliche Erlebnisse wachzurufen und ihre eigene Sicht auf Momente ihres Lebens zu äußern. Für uns liegt hierin eine wertvolle Möglichkeit, die BewohnerInnen besser zu verstehen. Biografisch bedeutsame Themen beziehen wir in die Pflege mit ein. Wichtig ist solches Wissen auch ganz konkret für die Pflegerituale und Mahlzeiten: So kann jeder Einzelne innerhalb eines gewissen Rahmens nach seinem persönlichen Rhythmus und seinen Neigungen leben. Auch können wir unseren Bewohnern Aktivitäten gezielt anbieten, wenn wir Lieblingsbeschäftigungen kennen. Darüber hinaus führen wir für jeden BewohnerIn eine eigene, fortwährend aktualisierte Dokumentation über ärztliche Anordnungen, Pflegemaßnahmen, Verläufe und Einzelereignisse.

Fürsorge bei Demenz

Wir tragen dem hohen Anteil der Bewohner mit Demenz mit einem speziell entwickelten Demenzkonzept Rechnung. Es steht für eine würdevolle Pflege in einer behüteten Umgebung. Menschen mit Demenz leben in der Realität ihrer Gefühle und Assoziationen; ihre Erinnerungen purzeln durcheinander, sie verlieren den Überblick über Zusammenhänge. Oft erkennen sie nicht, was andere von ihnen wollen und fühlen sich deshalb traurig, ängstlich und allein. In unseren Einrichtungen begegnen wir der inneren Welt demenzkranker Menschen mit hoher Professionalität, Einfühlungsvermögen und großem Respekt. Wir wollen jeden Einzelnen annehmen und begleiten, Freude teilen, Trost spenden und Geborgenheit geben.Unser Vergiss-mein-nicht-Demenzgarten im Landhaus Weiler Wald bietet jedem Bewohner besonders wertvolle Sinneserlebnisse, Ruhe und Besinnlichkeit, Gemeinschafts- und Betätigungserfahrungen.

Palliativpflege

Sollte sich der gesundheitliche Zustand eines unserer BewohnerIn bedenklich und unumkehrbar verschlechtern, so stellt der Haus- oder Facharzt eine Überweisung für die palliative Pflege aus. Diese findet weiter bei uns im Haus statt. Wir arbeiten mit dem Palliativ & Intensiv Care Team Nordschwarzwald mit Sitz in Pfalzgrafenweiler zusammen. Das Team übernimmt die spezialisierte ambulante Versorgung, begleitet unseren BewohnerIn auch spirituell und ergreift nötige Maßnahmen zur Linderung von Schmerzen. Gemeinsam tragen wir Sorge für die Wahrung größtmöglicher Lebensqualität.

Hospizdienst/Sterbebegleitung

Wir widmen uns dem Wohlergehen unserer BewohnerInnen auch in der letzten Lebensphase mit Achtsamkeit und großer Anteilnahme. Jeder Mensch setzt sich auf andere Art mit dem nahenden Tod auseinander. Der Wunsch, sich mit Erfahrungen von Sterben, Tod und Trauer zu beschäftigen, wird von unseren Bewohnern oft nur angedeutet. Wir nähern uns diesen Fragen sehr behutsam an. Wir nehmen Rücksicht auf die individuelle Auffassung von Glaube und Religion. Geäußerte Vorstellungen und Wünsche im Hinblick auf das eigene Sterben und die Beerdigung dokumentieren und respektieren wir.

Die besondere Zuwendung zu einem Sterbenden, die Rücksicht auf seine Bedürfnisse und später die Würdigung des Verstorbenen, machen auch für die Mitbewohner deutlich, wie man mit Sterben und Tod umgehen kann und was sie selbst im Sterben an ähnlicher Begleitung erwarten dürfen. Wenn der Sterbende oder die Angehörigen sich zusätzliche Unterstützung wünschen, so können wir ehrenamtliche Helfer des ambulanten Hospizdienstes der Hospizgruppe Dornstetten hinzuziehen. Die Helfer bieten Beistand in der schwierigen Zeit des Abschiednehmens und begleiten Angehörige in ihrer Trauer.